Angeregt durch meine Erfahrungen bei einem Praktikum in der Metallwerkstatt der Stadtwerke Kiel in
den 1970er Jahren biege, schlage, schweiße ich seit nunmehr über 20 Jahren Stahl zu Objekten. Dabei bin ich dem Geheimnis auf der Spur,
durch Formensprache Emotionen und Verstehen hervorzurufen; manchmal auch nur ein Lächeln.
Ich - Lutz Graf, Jahrgang 1952 – war etliche Jahre im Norden des Landes als Rechtsanwalt tätig.
Erst 2002 habe ich meine Leidenschaft zum Beruf gemacht und bin seitdem als Stahlbildhauer tätig. Ich fertige Objekte, deren Material ich
gerne aus Vorgefundenem, Gebrauchtem rekrutiere, das ich dann zu neuen, mehr oder weniger abstrakten Gebilden zusammenstelle.
Es bieten sich Materialien aus der Landwirtschaft oder dem Gleisbau an, teilweise sind es auch nur einige Schrauben oder auch mal ein
Motorradrahmen, die neu zusammengesetzt werden. Mittlerweile freut sich auch der örtliche Stahlhandel, wenn ich auf den Hof
komme.
Müsste man meine Arbeiten einer Stilrichtung zuordnen, so fände man bei einigen Objekten eventuell eine Nähe zu ready-made
Objekten von Marcel Duchamp; einige Künstler, die sich ähnlicher Mittel bedienen, nennen es Recycling-Kunst. Mutige
Freunde dürfen meine Werke auch schon mal als Schrott-Romantik bezeichnen. Tatsächlich ist es nicht leicht, die Objekte
eindeutig einzuordnen. Reicht die Palette doch von zweifelsfrei figürlichen Objekten bis hin zu solchen, die - vollkommen
abstrakt – die Phantasie des Betrachters deutlich fordern; von wenige Zentimeter großen Werkstücken bis hin zu solchen,
die eine Höhe von 4 Metern erreichen. | |